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Enns: Mann von giftiger Hornviper getötet – PETA fordert Verbot privater Reptilienhaltung in Österreich

Enns / Stuttgart, 9. Juli 2021 – Am Mittwoch wurde Medienberichten zufolge ein Mann von einer Hornviper gebissen, die er in seiner Wohnung in Enns hielt. Bei der Fütterung schnappte die Giftschlange zu und biss den 24-Jährigen in den Handrücken. Der junge Mann verstarb infolge der Vergiftung im Krankenhaus. Er züchtete „Exoten“ und galt als erfahrener Halter. In seiner Wohnung hielt er neben der Hornviper noch zwei Tigerpythons. Im Hinblick auf Vorfälle wie diesen fordert die Tierrechtsorganisation PETA die österreichische Regierung auf, ein Gesetz für ein Haltungs- und Verkaufsverbot von Reptilien für Privathaushalte zu erlassen – zumindest aber für giftige und gefährliche Tiere.

„Reptilien haben nichts in Wohnzimmern zu suchen. Der tragische Vorfall zeigt, dass selbst erfahrene Halter die Tiere nicht sicher handhaben können. Wir drücken den Angehörigen unser Mitgefühl aus“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Zum Schutz von Mensch und Tier muss Österreich die Haltung und den Verkauf von Reptilien endlich verbieten.“

PETA fordert generelles Haltungsverbot von „Exoten“ in Privathaushalten
Jedes Jahr brechen hunderte exotische Tiere aus Terrarien aus oder werden von überforderten Haltern und Halterinnen einfach ausgesetzt. Die Tierrechtsorganisation setzt sich daher für ein grundsätzliches Verbot von exotischen Tieren in Privathand ein und weist darauf hin, dass der Handel mit Reptilien und Amphibien auch den Tod unzähliger Tiere bedeutet: Viele der empfindlichen „Exoten“ sterben bereits, bevor sie überhaupt in den Verkauf kommen – Verlustraten von 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich. [1] Bei einem erheblichen Teil der auf Terraristikbörsen angebotenen Wildtiere handelt es sich um Naturentnahmen. Im Auftrag der profitorientierten Handelsbranche und gedankenloser Privatpersonen, die die Tiere kaufen, werden die letzten artenreichen Naturgebiete regelrecht geplündert. Im Rahmen einer tierärztlichen Fallstudie wurden rund 150 verstorbene Reptilien untersucht. Das Ergebnis: 51 Prozent der Tiere litten an Krankheiten, die auf Haltungsfehler zurückzuführen waren. [2]
 
Auch wenn es sich um ungiftige Tiere handelt, können „Exoten“ gefährlich für den Menschen sein: Studien zufolge übertragen die meisten Reptilien gesundheitsgefährdende Salmonellenarten; geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die Erreger in sich. Auf den Menschen übertragene Salmonellen können im Extremfall zur Hirnhautentzündung oder zum Tod des Menschen führen – vor allem Kinder sowie immungeschwächte und ältere Personen sind gefährdet. Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge rührt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren her. [3]

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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 

[1] Toland, Elaine/Warwick, Clifford/ Arena, Phillip (2012): Pet Hate, in: The Biologist, Vol. 59 No. 3.

[2] Schmidt, Volker (2008): Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress.

[3] Robert Koch-Institut (2013): Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien. Epidemiologisches Bulletin. 4. März 2013 / Nr. 9.

Weitere Informationen:

PETA.de/Whistleblower

PETA.de/Tierqual

PETA.de/Reptilienchronik

Pressekontakt:

Julia Zhorzel, +49 711 860591-536, JuliaZ@peta.de 

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