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Hessischer Landtag beschließt Verbot von Totschlagfallen: PETA ruft Bund und weitere Länder auf, nachzuziehen

Wiesbaden / Stuttgart, 8. Juli 2021 – Totschlagfallen verschwinden aus Hessens Wäldern: Der Landtag hat gestern Abend einem Antrag der Regierungsfraktionen zugestimmt, die grausamen Fallen zu verbieten. Im Entwurf wurde die Änderung des Landesjagdgesetzes mit der „Gefahr des langsamen Verendens“ begründet. PETA begrüßt den tierfreundlichen Schritt, kritisiert aber, dass ein Änderungsantrag der Partei Die Linke abgelehnt wurde, wonach auch Lebendfallen verboten werden sollten. In diesen geraten Wildtiere in Panik, verletzen sich oft und werden meist von den Jagenden erschossen. In Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und im Saarland sind Totschlagfallen bereits vollständig oder weitgehend verboten. Laut einer forsa-Umfrage von 2018 sprechen sich 70 Prozent der Deutschen für ein Verbot aus, während nur etwa 19 Prozent mit dem Einsatz solcher Fallen einverstanden sind. Die Tierrechtsorganisation ruft die Bundesregierung und alle übrigen Länder auf, dem hessischen Beispiel zu folgen.

„Hessen bewahrt mit der Entscheidung Tausende Tiere vor einem qualvollen Tod. Totschlagfallen, aber auch Lebendfallen, müssen endlich bundesweit aus unseren Wäldern verbannt werden. Solange die Bundesregierung sich weigert, das Bundesjagdgesetz tierfreundlich zu reformieren, sind die Bundesländer in der Verantwortung, ein Mindestmaß an Tierschutz in ihre Landesjagdgesetze einzubringen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Wildtiere, aber auch viele Katzen, geraten aufgrund von ausgelegten Ködern oder Lockstoffen oftmals mit den Pfoten oder ihrem Gesicht in Totschlagfallen und werden grausam zerquetscht oder verstümmelt. Ihr Todeskampf kann sich über Tage hinziehen.“

Immer wieder erhält PETA Fotos von Tieren, die versehentlich in solche Fallen geraten sind. Überleben sie, sind sie meist schwer verstümmelt und müssen mit amputierten Gliedmaßen weiterleben. Bei der Jagd mit Totschlagfallen kommt es zudem häufiger vor, dass auch Menschen und geschützte Tierarten hineingeraten. So war beispielsweise in Hessen in der Jagdstrecke 2016/2017 das geschützte Hermelin in der Fallenfangstatistik aufgeführt. In Hessen wurden laut Umweltministerium im Jagdjahr 2019/2020 insgesamt 9.873 Tiere durch Totschlag- und Lebendfallen getötet. Am 1. Oktober 2020 übergab PETA dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen einer Aktion mehr als 50.000 Unterschriften für ein Verbot von Fangeisen.

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Jagd mit Lebendfallen ebenfalls tierschutzwidrig

In Lebendfallen geraten viele Wildtiere in Panik, wenn sich die Falle schließt. Bei den verzweifelten Fluchtversuchen ziehen sie sich oftmals schwere Verletzungen zu, bis hin zum Tod durch Kreislaufversagen. Zwar müssen die Fallen laut Gesetz täglich mindestens ein- bis zweimal kontrolliert werden, Verstöße gegen diese Kontrollpflicht bleiben jedoch in der Regel unentdeckt.

Anerkannte Fachleute aus der Wildbiologie bestätigen, dass die Jagd aus ökologischer Sicht nicht notwendig ist. Dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge regulieren sich im Wald wohnende Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten selbst. [1] Der Kanton Genf – in dem die Hobbyjagd seit über 40 Jahren verboten ist – ist nur ein Beispiel dafür. Hier darf sich die Natur fast gänzlich selbst regulieren. Die Folge: eine hohe Artenvielfalt und gesunde, stabile Wildtierpopulationen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Eine in ein Fangeisen geratene, schwer verletzte Katze. / © PETA Deutschland e.V.

Das Motiv steht hier zum Download zur Verfügung und kann für Berichterstattungen verwendet werden.

[1] Reichholf, J. H. (2014): Die Wahrheit über die Jagd – Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen. TV-Dokumentation, SWR BW (15.05.2014).

Weitere Informationen:

PETA.de/Totschlagfallen-Petition

PETA.de/Themen/Jagd-Hintergrundwissen 

Pressekontakt:

Julia Zhorzel, +49 711 860591-536, JuliaZ@peta.de

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