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Luxus ohne Tierqual – Uhrmacherei Greubel Forsey steigt ab nächstem Jahr auf Pflanzenleder um

PETA gratuliert zu der richtungsweisenden Entscheidung

La Chaux de-Fonds / Kreuzlingen, 2. Juli 2021 – Paradigmenwechsel im Luxusuhren-Segment: Das Schweizer Luxusuhrenunternehmen Greubel Forsey hat angekündigt, ab dem 1. Januar 2022 nur noch Pflanzen- statt Alligatoren- oder anderes tierisches Leder für seine Uhrenarmbänder zu verwenden. PETA gratuliert dem Unternehmen zu dieser richtungsweisenden Entscheidung und verleiht der Uhrmacherei deshalb nun den ersten «PETA Ethical Watch Award» . Die Tierrechtsorganisation wird künftig innovative Uhrenunternehmen, die auf tierisches Leder verzichten, mit der Auszeichnung ehren.

«Jedes Produkt aus der Haut von Alligatoren, Rindern oder anderen Tieren steht für unsagbares Leid, denn die fühlenden Lebewesen werden auf grausamste Weise getötet und teils bei vollem Bewusstsein gehäutet», so Patrick Nowey im Namen von PETA Schweiz. «Wir begrüssen daher die bahnbrechende Entscheidung von Greubel Forsey, zukünftig nur hochwertige vegane Materialien für ihre Armbänder zu verwenden und appellieren eindringlich an alle anderen Uhrenhersteller, diesem wegweisenden Beispiel zu folgen.»

Hintergrundinformationen

Die Schweiz gilt als weltweit grösster Umschlagpunkt für den internationalen Handel mit Reptilienleder – Hauptabnehmer ist die Uhrenindustrie. Pro Jahr werden allein in der Schweiz mehr als eine Million Lederstücke von Alligatoren zu Uhrenarmbändern verarbeitet. [1] Die Importkontrolle von Häuten exotischer Tiere nach dem Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) richtet sich ausschliesslich danach, ob die Haut von bedrohten Tierarten stammt – und selbst dies kann durch Korruption und Schmuggel in den Ursprungsländern nicht einwandfrei festgestellt werden. [2] Über die Haltungs- und Tötungsbedingungen der Tiere gibt CITES hingegen keinerlei Aufschluss.

Leiden und sterben für Leder

Der Grossteil des Exotenleders für die Schweizer Uhrenbranche stammt von Alligatoren aus den USA. [3] Die Tiere leben dort in industriellen Aufzuchtbetrieben, die speziell für die Exotenlederindustrie betrieben werden. Alligatoren werden dort nicht als Lebewesen mit arteigenen Bedürfnissen angesehen, sondern zu reinen «Rohstoffquellen» degradiert. Zum Tierschutz gibt es nur Empfehlungen, die rechtlich nicht bindend sind. Wie ein Augenzeugenbericht von PETA USA zeigt, werden die einzelgängerischen Alligatoren in hoher Zahl dauerhaft im Gebäudeinneren in stinkenden und dreckigen Wassergruben gehalten – in absoluter Finsternis und ohne Sonnenlicht.

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Der Augenzeuge konnte auch die Tötung dokumentieren: Hierzu werden die Alligatoren auf einer Schlachtbank fixiert und mit einem Bolzenschussgerät betäubt. Die Aufnahmen zeigen Arbeiter, die mit einem Bolzenschussgerät in den Kopf der Tiere schiessen und ihr Genick anschliessend mit einem Teppichmesser aufschneiden. Einige der Alligatoren überleben diese Tötungs- und Betäubungsversuche und winden sich minutenlang vor Schmerzen, während sie ausbluten und ihren aussichtslosen Todeskampf verlieren.

Nicht nur Alligatoren und andere Reptilien leiden für Leder – auch Millionen von Rindern werden jedes Jahr für die Ledergewinnung eingesperrt und verstümmelt. Teilweise sind sie bei vollem Bewusstsein, wenn ihnen schliesslich die Kehle aufgeschlitzt wird. Tierisches Leder trägt zudem zum Klimawandel bei: Rinder stossen zum einen Methan aus, ein etwa 25-mal klimaschädlicheres Gas als CO2. Zum anderen trägt die Haltung der Tiere massiv zur Umweltzerstörung bei – für den Anbau von Futtermitteln und zur Erschliessung neuer Weideflächen werden Jahr für Jahr riesige Waldflächen gerodet. 

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie anziehen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Beobachter: Das Elend am Handgelenk. Online abrufbar unter: https://www.beobachter.ch/umwelt/umweltpolitik/import-von-reptilienleder-das-elend-am-handgelenk  (1.?07.?2021).?

[2] National Geographic: Luxury fashion brands had thousands of exotic leather goods seized by U.S. law enforcement. Online abrufbar unter https://www.nationalgeographic.com/animals/article/luxury-fashion-wildlife-imports-seized  (1.?07.?2021).?

[3] Schweizer Radio und Fernsehen (SRF): Die dunkle Seite des Luxusleders. Online abrufbar unter:

https://www.srf.ch/news/schweiz/die-dunkle-seite-des-luxusleders (01.07.2021)

Weitere Informationen:

PETA-Schweiz.ch/Uhrenarmbaender-Exotenleder

Info@peta-schweiz.ch

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