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PETA appelliert an Direktor der JVA Saarbrücken: Häftlinge sollen keine Gerätschaften für die Jagd herstellen

Saarbrücken / Stuttgart, 2. Juli 2021 – Die Justizvollzugsanstalt Saarbrücken lässt Inhaftierte eigenen Informationen zufolge Hochsitze und andere Jagdausrüstung bauen. Aus diesem Anlass hat PETA am 18. Juni 2021 den JVA-Leiter angeschrieben. Darin fordert die Tierrechtsorganisation ein Ende dieser Maßnahme. Laut PETA sollte eine „Resozialisierung“ von JVA-Insassen nicht durch die Herstellung von Ausrüstung erfolgen, die der Tötung von Wildtieren dient. Vielmehr sollten den Inhaftierten Gewaltfreiheit und Mitgefühl vermittelt werden, etwa indem sie Nistkästen für Wildvögel und Fledermäuse, Bienenhotels oder Bänke für Wanderer und andere Gegenstände für den Natur- und Umweltschutz herstellen.

„Mitgefühl und Empathie gehören zu den wichtigsten Eigenschaften, die Menschen benötigen, um ein erfülltes Leben innerhalb der Gesellschaft führen zu können. Das Herstellen von Hochsitzen, ‚Aufbrechhilfen’ und ‚Wildgalgen’ ist jedoch kein geeignetes Mittel, um zu mehr Empathie zu verhelfen und eine Resozialisation zu begünstigen“, so Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. In ihrem Appell an den Direktor der JVA ergänzt Michler: „Bitte vermitteln Sie den Häftlingen Mitgefühl und Wertschätzung für das Leben und die Natur. Lassen Sie die JVA-Insassen keine Jagdausrüstung anfertigen, die dazu dient, Lebewesen leidvoll zu töten.“

In einem Antwortschreiben vom 23. Juni teilte der Staatssekretär des Justizministeriums, Roland Theis, mit, dass er PETAs Ansicht, die Mensch und Tier als gleichwertig einstuft, nicht teile. Zudem würde die Justizvollzuganstalt Saarbrücken bereits Nistkästen für Wildvögel und Fledermäuse, Bienenhotels und sonstige Gegenstände für den Natur- und Artenschutz herstellen. Die in der Justizvollzugsanstalt aufgelegten Programme zur Herstellung von Hochsitzen und anderer Jagdausrüstung wolle er darüber hinaus fortführen.

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Hintergrundinformationen

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht geeignet ist, um Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere beispielsweise in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, wodurch sich die Geburtenrate erhöht. [1] Demnach bedingt ein hoher Jagddruck, dass in dem Gebiet die Population der betreffenden Wildtiere ansteigt. Auch Prof. Dr. Josef Reichholf, ein namhafter Biologe der TU München, sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.

Den mehr als 395.000 Hobbyjägern in Deutschland stehen nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber. Eine im Auftrag von PETA im vergangenen Jahr durchgeführte repräsentative Forsa-Umfrage bestätigt, dass mit 49 Prozent die Mehrheit der Bundesbürger die Hobbyjagd ebenfalls ablehnt.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen oder in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.

Weitere Informationen:

PETA.de/themen/staatsanwalt

PETA.de/themen/jagd-hintergrundwissen

Pressekontakt: David Kepler, +49 711 860591-527, DavidK@peta.de

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