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PETA zeigt über 100 Königsfischer in Ettling an: Wettfischen verstößt gegen das Tierschutzgesetz

Ettling / Stuttgart, 12. Juli 2021 – PETA tritt juristisch für Fische ein: Anfang Juli hatte der Fischerverein Ettling e.V. zum „Königsfischen“ eingeladen. An der Wettveranstaltung nahmen laut Medienberichten 161 Personen teil. Bei dem Anglerwettkampf sollten möglichst schwere Fische gefangen werden. Die Gewinner und andere Beteiligte erhielten Pokale, Königsketten und Sachpreise. Bei dieser Wettfischveranstaltung handelt es sich um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Daher hat PETA nun bei der Staatsanwaltschaft Landshut Anzeige gegen alle Organisatoren und erwachsenen Teilnehmenden erstattet. Die Organisation fordert, Königsfischen und alle Wettbewerbsfischereiveranstaltungen künftig bereits im Vorfeld zu verbieten.

„Heute wissen wir, dass ein Fisch ein Jemand ist und kein Etwas – da ist es inakzeptabel, die sensiblen und sozialen Tiere bei Wettveranstaltungen zu jagen und zu töten“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologien und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Könnten wir Fische schreien hören, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei eine friedliche Beschäftigung, die der Erholung und der Gemeinschaft dient. Wir appellieren an die Veranstalter, stattdessen tierfreundliche Alternativen wie Müll- und Magnetfischen als Wettbewerbsveranstaltung auszurichten.“

Hintergrundinformationen

PETA verweist auf die Verfügungen der Staatsanwaltschaften Regensburg vom 21. März 2018 (Az. 103 Js 4867/18), Würzburg vom 13. Juli 2015 (Az.: 612 Js 12165/14), Münster vom 19. März 2014 (Az.: 540 Js 1433/13) und fünf weiterer Staatsanwaltschaften, in denen ebenfalls ausdrücklich festgestellt wird, dass es sich beim Wettfischen um eine strafbare Handlung handelt – und zwar selbst dann, wenn der Fisch anschließend verzehrt wird. Die Verwertung von Fischen bei Wettangelveranstaltungen kommt nicht als „vernünftiger Grund“ im Sinne des Tierschutzgesetzes infrage – so entscheiden inzwischen immer mehr Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland und stellen Strafverfahren allenfalls gegen Geldbußen ein. PETA sieht die besondere Verwerflichkeit der Handlungsweise dieser Angelnden darin begründet, dass sie positiv wissen, dass solche Angelwettbewerbe strafbar und rechtswidrig sind, wie insbesondere bayerische Staatsanwaltschaften wiederholt betont haben. Die Tierrechtsorganisation befürchtet zudem, dass Kinder durch solche Veranstaltungen fälschlicherweise vermittelt bekommen, dass Fische gefühlloses Spielzeug sind, dabei handelt es sich um empfindungsfähige Wirbeltiere, die Beziehungen schließen, spielen, lernen und ihr Wissen weitergeben. Kinder sollten daher lernen dürfen, wie man die Wasserbewohner schützt statt jagt.

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Fische sind neugierige, fühlende Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben, kommunizieren auf vielfältige Weise, sie schließen Freundschaften und beschützen ihren Nachwuchs [1]. Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten“ [2]. 
 

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Jonathan Balcombe (2016), Was Fische wissen. Wie sie lieben, spielen, planen: unsere Verwandten unter Wasser. / What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins, 336 Seiten. 
[2] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013. 
 

Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Fische-Schmerzen/

Pressekontakt:

Julia Zhorzel, +49 711 860591-536, JuliaZ@peta.de 

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