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Vegane Bratwurst für Impfwillige im Landkreis Kelheim? PETA weist auf Zoonose-Risiken durch tierische Produkte hin und will 500 tierfreie Würste spenden

Landkreis Kelheim / Stuttgart, 16. Juli 2021 – PETA will für „Impfnacht“ vegane Würste spenden: Denn um möglichst viele Menschen für die Corona-Impfung zu ermutigen, sollen Impfwillige im niederbayerischen Kelheim am 24. Juli ab 15 Uhr unter anderem eine eigens vom Landrat gebratene Bratwurst bekommen. PETA weist darauf hin, dass Produkte tierischen Ursprungs das Risiko dafür erhöhen, dass Zoonosen wie COVID-19 entstehen und sich verbreiten. Daher wandte sich die Tierrechtsorganisation am Mittwoch mit dem Appell an Martin Neumeyer, nur vegane Würste zu verteilen – in ihrem Schreiben bot PETA dem Landrat an, die ersten 500 zu spenden.

Für Fleisch, Milch und Eier werden massenhaft Tiere in Ställe gesperrt und sind oft gezwungen, inmitten ihrer eigenen Fäkalien auszuharren, um anschließend unter teils unhygienischen Bedingungen getötet zu werden. Es verwundert nicht, dass diese Produkte mit einem erhöhten Risiko für Infektionskrankheiten in Verbindung gebracht werden – und vor diesem Hintergrund gleicht die geplante Aktion in Kelheim dem Versuch, Feuer mit Öl zu bekämpfen“, so PETA-Fachreferentin Ilana Bollag.

Gesundheitliche Risiken durch Produkte tierischen Ursprungs – Hintergrundinformationen  

Bei 75 Prozent aller neu auftretenden Infektionskrankheiten handelt es sich um Zoonosen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Als eine der Hauptursachen für deren Entstehung nannte die Weltgesund­heitsorganisation (WHO) schon 2004 die steigende Nach­frage nach tierischen Produkten. [1] Auch die Chefin des UN-Umweltprogramms (UNEP), Inger Andersen, warnte 2020: „Wenn wir weiterhin die Tierwelt ausbeuten und unsere Ökosysteme zerstören, können wir einen stetigen Strom dieser Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden, in den kommenden Jahren erwarten.“ [2] COVID-19, die Vogelgrippe H5N1, die SARS-Pan­demie, das MERS-CoV, das gefährliche Ebolafieber und sogar AIDS – sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: den Appetit des Menschen auf Fleisch, Milch und Eier. [3]

Zudem werden durch den massiven Einsatz antibiotisch wirksamer Medikamente in der Tierwirtschaft immer mehr Keime resistent, was dazu führt, dass Antibiotika nicht mehr wirken. Auch Reserveantibiotika, die in Krankenhäusern als letzte Notfallmedikamente eingesetzt werden, wenn die gängigen Antibiotika aufgrund von Resistenzen nicht mehr wirksam sind, kommt bei den Tieren gehäuft zum Einsatz. [4] Einen großen Teil dieser Medikamente scheiden die behandelten Tiere unverändert aus – und die Ausscheidungen werden in Form von Gülle auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht. Dort können sie über das Sickerwasser bis ins Grundwasser und somit in unser Wasserglas gelangen. Eine Antibiotikaresistenz führt dazu, dass Tausende Menschen an bakteriellen Erkrankungen sterben, die normalerweise unkompliziert behandelbar wären – allein in Europa gibt es infolgedessen bereits über 30.000 Todesopfer. [5] Die WHO listete antibiotikaresistente Keime im Jahr 2019 sogar als eine der zehn Bedrohungen für die globale Gesundheit. [6] Diese Keime könnten die nächste Pandemie auslösen.

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PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] WHO/FAO/OIE (2004): Report of the WHO/FAO/OIE joint consultation on emerging zoonotic diseases. Online abrufbar unter: https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/68899/WHO_CDS_CPE_ZFK_2004.9.pdf?sequence=1&isAllowed=y. (16.07.2021).

[2] Express.de (2020): Unterschätzte Gefahr Zoonose. Warum uns Tiere immer häufiger krank machen. Online abrufbar unter: https://www.express.de/ratgeber/gesundheit/unterschaetzte-gefahr-zoonose-warum-uns-tiere-immer-haeufiger-krank-machen-36979560. (16.07.2021).

[3] Bundesministerium für Bildung und Forschung (2011): Gefährliche Eindringlinge – Droht nach der Schweine- und Vogelgrippe in Zukunft eine Fledermausgrippe? Online abrufbar unter: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/gefahrliche-eindringlinge-droht-nach-der-schweine-und-vogelgrippe-in-zukunft-eine-3200.php. (16.07.2021).

[4] Neue Zürcher Zeitung (2020): Tierärzte verdienen jeden zweiten Franken mit Antibiotika. Online abrufbar unter: https://www.nzz.ch/schweiz/tieraerzte-verdienen-jeden-zweiten-franken-mit-antibiotika-ld.1569300. (16.07.2021).

[5] Robert Koch-Institut (2018): Neue Zahlen zu Krankheitslast und Todesfällen durch antibiotikaresistente Erreger in Europa. Online abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Antibiotikaresistenz/Uebersichtsbeitraege/AMR_Europa.html. (16.07.2021).

[6] World Health Organization (ohne Datum): Ten threats to global health in 2019. Online abrufbar unter: https://www.who.int/news-room/spotlight/ten-threats-to-global-health-in-2019. (16.07.2021).

Weitere Informationen:
PETA.de/Neuigkeiten/Zoonosen
PETA.de/Themen/Antibiotikaeinsatz-deutsche-Staelle

Pressekontakt:
Sophie Burke, +49 711 860591-528, SophieB@peta.de

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