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Weiterskirchen: Bio-Betrieb lässt Mutterkuh auf Weide sterben –PETA erstattet Strafanzeige und fordert Tierhalteverbot für Landwirt

Weiterskirchen / Stuttgart, 8. Juli 2021 – Auch Bio bedeutet Tierleid: Eine Augenzeugin hat dokumentiert, wie eine geschwächte Mutterkuh mit ihrem Kalb auf der Weide eines Bio-Betriebs in Weiterskirchen (Landkreis Ebersberg) dem Sterben überlassen wurde. Der Landwirt kümmerte sich nach Angaben der Augenzeugin über Tage kaum um die Tiere, obwohl sie ihn auf deren schlechten Zustand aufmerksam gemacht hatte. Aufnahmen der Zeugin von Ende Mai zeigen, dass bereits Krähen auf der geschwächten Kuh saßen. Dass Mutter und Kind zu dem Zeitpunkt noch lebten, war durch gelegentliches Schwanzwedeln eindeutig zu erkennen. Die Kuh lag laut Angaben der Zeugin, die zwischenzeitlich die Polizei informiert hatte, mindestens zwei Tage lang auf der Weide, bis sie schließlich starb. PETA hat Anfang Juni Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft München II gegen den Verantwortlichen wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erstattet und fordert ein Tierhalteverbot für den Landwirt.

„Dieser Fall zeigt erneut, dass auch Kühe in Bio-Betrieben mit Weidehaltung leiden und nicht wie fühlende Lebewesen behandelt werden. Immer wieder wird aus Kostengründen von einer tierärztlichen Behandlung abgesehen und das Tier einfach sterben gelassen“, so Bettina Eick, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Nahrungsmittelindustrie. „Milch bedeutet immer Tierleid und schadet außerdem der Umwelt. Wir appellieren daher an alle Menschen, zu den verschiedenen pflanzlichen Milchalternativen zu greifen.“

Nach PETAs Meldung beim Kreisveterinäramt in Ebersberg wurden offenbar noch weitere Mängel festgestellt. Der Betrieb hat bis Anfang dieses Jahres Milch an die Bio-Molkerei Andechser Natur geliefert. Außerdem war der Hof bis zu diesem Vorfall Demeter-zertifiziert. PETA hatte den Verband über den Vorfall informiert.

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Hintergrundinformationen

Kühe sind in der Regel neun Monate lang schwanger. Damit der Milchfluss nach der Geburt konstant hoch und damit profitabel bleibt, werden Kuhmütter direkt nach der Geburt erneut künstlich befruchtet. Anschließend werden sie etwa zehn Monate lang intensiv gemolken, nur um nach einer kurzen Melkpause direkt danach wieder ein Kalb zu gebären. Weibliche Rinder werden in der Industrie wie Milchmaschinen behandelt: Die Tiere werden auf enorme Milchleistungen gezüchtet. Dadurch sind die Körper von Kühen dazu gezwungen, unnatürlich große Mengen an Milch zu produzieren. Dies betrifft auch Kühe in der Bio- und Weidehaltung. Viele Tiere sind bereits im Alter von vier oder fünf Jahren ausgezehrt, gelten daher für die Industrie als wertlos und werden im Schlachthaus getötet – die natürliche Lebenserwartung einer Kuh beträgt im Gegensatz dazu etwa 20 Jahre. Manche Kühe brechen bereits auf dem Weg zum Schlachthof oder noch auf dem Hof zusammen, weil sie zu schwach zum Laufen sind. Die Branche nennt solche Tiere „Downer“.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Eine der Aufnahmen der Whistleblowerin: die von Krähen umgebene Kuh. / © PETA Deutschland e.V.

Weitere Informationen:

PETA.de/Neuigkeiten/Bio-bauer-Vernachlaessigung

PETA.de/Themen/Weidemilch

Pressekontakt:
Sophie Burke, +49 711 860591-528, SophieB@peta.de

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