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Weltrekord mit Tierqualprodukt und Klimaschädling Milch: PETA kritisiert IG Metall Wolfsburg für Eis-Aktion

Wolfsburg / Stuttgart, 30. Juli 2021 – Zum 75. Geburtstag der IG Metall Wolfsburg hat der Verband am 21. Juli einen Weltrekord im Verteilen von Eis aufgestellt. Binnen 75 Stunden wurden 75.000 Portionen Eis aus 800 Litern Kuhmilch und 320 Litern Sahne verschenkt. PETA kritisiert die Organisation scharf für die Aktion und wandte sich am Dienstag an die Gewerkschaft. In ihrem Schreiben appellierte die Tierrechtsorganisation an den 1. Vorsitzenden Jörg Hofmann, den Tieren und der Umwelt zuliebe bei ähnlichen Aktionen künftig auf vegane Zutaten zurückzugreifen.

„Der Weltrekordversuch der IG Metall Wolfsburg war ein Schlag ins Gesicht für Tiere, die Umwelt und hungerleidende Menschen. In der Milchindustrie werden Kühe gegen ihren Willen künstlich geschwängert und ihnen ihre Neugeborenen entrissen. Nach wenigen Jahren sind ihre Körper völlig ausgemergelt und sie werden getötet. Es ist Ausbeutung pur“, so Ilana Bollag, Fachreferentin bei PETA. „In Zeiten der Klimakrise und des ansteigenden Welthungers ist eine solche Aktion völlig daneben, denn Milchprodukte gehören zu den klimaschädlichsten Nahrungsmitteln überhaupt. Zudem werden Produkte tierischen Ursprungs mit einem erhöhten Risiko für Infektionskrankheiten wie COVID-19 in Verbindung gebracht. Wer trotzdem auf Rekordversuche mit Nahrungsmitteln besteht, sollte zumindest auf tier- und umweltfreundliche vegane Produkte zurückgreifen.“

Leid der Kühe in der Milchindustrie
Genau wie menschliche Frauen sind Kühe in der Regel neun Monate lang schwanger. Damit der Milchfluss nach der Geburt konstant hoch und damit profitabel bleibt, werden Kuhmütter direkt nach der Geburt erneut künstlich befruchtet. Anschließend werden sie etwa zehn Monate lang intensiv gemolken, um nach einer kurzen Melkpause direkt wieder ein Kalb zu gebären, von dem sie gewaltsam getrennt werden. In sogenannten Kälberiglus bekommen die einsamen Jungtiere meist unnatürliche Ersatznahrung: Die männlichen Kuhkinder werden häufig nach nur wenigen Monaten im Schlachthaus getötet und als Kalbfleisch verkauft. Oder sie werden zur billigeren Mast ins Ausland verkauft, sodass sie gezwungen sind, qualvolle Transporte über sich ergehen zu lassen. Weibliche Tiere hingegen werden – genau wie ihre Mütter – für die Industrie ausgebeutet. Sobald ihre Körper ausgezehrt sind und sie nach durchschnittlich vier bis fünf Jahren nicht mehr „wirtschaftlich“ sind, werden auch sie – oft mit unzureichender Betäubung – im Schlachthaus getötet. Ihre natürliche Lebenserwartung liegt bei rund 20 Jahren.

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Milch hat aus Umweltschutzsicht eine verheerende Bilanz
Die Produktion tierischer Produkte ist eine der Hauptursachen des Klimawandels – zudem werden für Weideflächen und Nahrung der ausgebeuteten Tiere Regenwälder gerodet. Ein Liter Kuhmilch erfordert doppelt so viel Landnutzung als die gleiche Menge Pflanzenmilch und verursacht doppelt so viele Treibhausgasemissionen. [1] Butter gilt sogar als klimaschädlichstes Lebensmittel. [2] Zusätzlich stoßen die Tiere Methangas aus, das für das Klima noch schädlicher ist als CO2. Den Vereinten Nationen zufolge ist der globale Umstieg auf die vegane Ernährung notwendig, um den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken. Studien zeigen: Schon ein weitgehender Umstieg auf rein pflanzliche Lebensmittel könnte die weltweit durch Nahrung verursachten Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 70 Prozent senken. [3] PETA weist darauf hin, dass der Konsum tierischer Produkte zur Folge hat, dass weniger Menschen ernährt werden können. Denn die Ressourcen und Anbauflächen sind begrenzt und werden immer weniger. „Der Konkurrenzkampf zwischen der tierausbeutenden Industrie und den Hungernden dieser Welt um Getreide verschärft sich weiter“, erklärt Bollag.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Tages Anzeiger: Pflanzenmilch oder Kuhmilch – was ist gesünder? Online abrufbar unter: https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/pflanzenmilch-oder-kuhmilch-was-ist-gesuender/story/27022663. (14.04.2021).
[2] Fritsche, Uwe R./Eberle, Dr. Ulrike (2007): Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln – Arbeitspapier. Darmstadt/Hamburg: Öko-Institut e.V.
[3] Justin Worland (2016): How a Vegetarian Diet Could Help Save the Planet. In: Time. Online abrufbar unter: https://time.com/4266874/vegetarian-diet-climate-change/. (14.04.2021).

Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Klimawandel
PETA.de/Veganleben/Welthunger
PETA.de/Themen/Milch-Hintergrund
PETA.de/Neuigkeiten/Zoonosen

Pressekontakt:
Valeria Goller, +49 711 860591-521, ValeriaG@peta.de

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