Rückschritt bei Moskauer Circus: PETA kritisiert Wildtierdressuren bei Gastspiel in Rheinfelden und fordert tierleidfreies Programm

Rheinfelden / Stuttgart, 21. Juli 2021 – Die Tierausbeutung im Zirkus geht weiter: Der Moskauer Circus ist wieder auf Tournee und gastiert ab Samstag in Rheinfelden. Während der Corona-Pandemie trat das Unternehmen zeitweilig ohne Tiernummern auf und setzte nur auf menschliche Artistik. Jetzt hat der Zirkus wieder Tiger und Papageien im Programm. PETA kritisiert diesen Rückschritt scharf. Großkatzen und andere Tiere leiden im Zirkus unter einer meist von Gewalt und Zwang geprägten Dressur und artwidrigen Haltungsbedingungen. Auch der Moskauer Circus ist wegen seiner Tierhaltung schon mehrmals negativ aufgefallen. Die Tierrechtsorganisation appelliert erneut an das Unternehmen, sämtliche Tierdressuren endgültig einzustellen und die Tiere an Lebenshöfe, zoologische Einrichtungen oder geeignete Auffangstationen abzugeben.

„Wildtierdressuren sind völlig aus der Zeit gefallen und müssen darum endlich in die Geschichtsbücher verbannt werden. Seit der Pandemie sind alberne Tricks mit Wildtieren absurder als je zuvor. Denn wir wissen längst, dass unterhaltsame Zirkusprogramme auch ohne Tierleid möglich sind“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Die Zirkusverantwortlichen sollten ihren Rückschritt zum Auslaufmodell Wildtierzirkus dringend überdenken und den Tierdressuren endgültig abschwören. Tiere gehören grundsätzlich nicht in die Manege, denn ihre arteigenen Bedürfnisse können in einem reisenden Betrieb unmöglich erfüllt werden.“

Zukunft ohne Tierdressuren
Selbst die Haltung von domestizierten Tieren wie Pferden, Rindern oder Ponys ist bei vielen Zirkussen mangelhaft. Erfolgreiche Zirkusgrößen beweisen, dass tierfreie Shows die Zuschauer begeistern: Circus Roncalli verabschiedete sich schon in den 1990er Jahren von Wildtierdressuren, nahm 2018 auch die Pferde aus dem Programm und ist nun gänzlich tierfrei. Das Unternehmen erfährt für sein tierleidfreies Konzept und die zukunftsweisende Hologrammtechnologie weltweit Zuspruch. Auch andere feiern ohne Tierdressuren große Erfolge: In 26 europäischen Ländern, darunter Belgien, Österreich, die Niederlande und Griechenland, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten. PETA setzt sich dafür ein, dass Deutschland diesem Beispiel folgt und beim Schutz von Tieren im Zirkus nicht länger das Schlusslicht bildet.

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Mehrheit der Deutschen befürwortet Wildtierverbot

Auch die Bundestierärztekammer spricht sich für ein Verbot exotischer Wildtierarten aus. Zudem sind einer repräsentativen Forsa-Umfrage zufolge 82 Prozent der Deutschen der Meinung, dass Wildtiere im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden können. Der Bundesrat forderte 2016 bereits zum dritten Mal ein Verbot von Wildtieren im Zirkus. Dies begründete er mit den vielschichtigen Bedürfnissen von Wildtieren, dem Leiden der Tiere durch häufige Transporte und der Missachtung artgemäßer Sozialstrukturen. Im Juni 2021 fand ein von Bundesagrarministerin Julia Klöckner vorgelegter Entwurf für eine Tierschutz-Zirkusverordnung dennoch keine Zustimmung im Bundesrat. Maßgeblich dafür war die mangelhafte Ausarbeitung, die nur wenige Tierarten berücksichtigte und unter anderem Großkatzen wie Tiger und Löwen außen vor ließ. PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus. Denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, eine oft unzureichende Versorgung, die Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Moskauer-Circus-Chronik
PETA.de/Themen/Wildtierdressur
PETA.de/Themen/Verbot: Wildtiere im Zirkus
PETA.de/Themen/Löwen-Tiger-Zirkus

Pressekontakt:
Britta Nolte, +49 711 860591-593, BrittaN@peta.de

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